„Es ist erfreuend und belehrend, unter einer Vegetation umherzugehen, die uns fremd ist. Bei gewohnten Pflanzen sowie bei anderen längst bekannten Gegenständen denken wir zuletzt gar nichts, und was ist Beschauen ohne Denken?“
(Johann Wolfgang von Goethe)

Goethe schrieb diese Zeilen bei einem Besuch in Padova, während er die Palme im botanischen Garten der Universität Padova bewunderte. Übrigens der älteste botanische Garten der Welt.
Und er hat damit völlig recht. Der Gedanke, dass man sich in ungewohnter Umgebung für Neues öffnet, spiegelt sehr gut die Idee von Erasmus+ und internationalen Fortbildungen wider.

So war es dann letztlich für mich auch: In Padova durfte ich vom 6. bis 11. Oktober 2025 eine Erasmus+-Fortbildung zum Thema Teaching with AI besuchen. Eine Woche lang ging es darum, wie Künstliche Intelligenz sinnvoll im Unterricht eingesetzt werden kann. Gleichzeitig bot die Fortbildung viele Gelegenheiten, neue Perspektiven zu gewinnen und Kolleginnen und Kollegen aus ganz Europa kennenzulernen

KI und Unterricht – ganz praktisch gedacht

Die Fortbildung wurde von teacherrise organisiert und brachte Lehrkräfte aus Schweden, Frankreich, Österreich, Bulgarien und Deutschland zusammen. Nach einer Einführung in Prompting, Large Language Models und Machine Learning haben wir verschiedene Tools ausprobiert und überlegt, wie sie sich konkret im Unterricht nutzen lassen. Besonders spannend war der Austausch darüber, wie unterschiedlich Schulen in Europa mit dem Thema KI umgehen – und wo wir alle ähnliche Fragen haben: Wie verändert KI das Lernen? Welche Chancen bietet sie, und wo müssen wir Grenzen ziehen?

Zwischen Geschichte, Cappuccino und Pasta

Neben den inhaltlichen Themen blieb genug Zeit, um Padova zu entdecken. Die Stadt beeindruckt durch ihre Geschichte und wirkt trotzdem sehr jung, weil die Universität so präsent ist. Überall in der Stadt trifft man auf Studierende, alte Fakultätsgebäude und kleine Cafés mit den besten Paninis.

                         

Zu den Highlights gehörten außerdem der Besuch des Botanischen Gartens, des Palazzo della Ragione (dem ehemaligen Sitz des Stadtgerichts und der Markthalle), der Basilica di Sant’Antonio und ein Ausflug nach Venedig mit Stopps auf den Inseln Murano, Burano und Torcello.

                           

Auch der Austausch mit den anderen Teilnehmenden kam nie zu kurz.

Beim Mittagessen, Aperitivo oder Abendessen ging es nicht nur um Schule und KI, sondern auch um die richtige Uhrzeit fürs Abendessen, die beste Pizza und die Frage, ob Cappuccino nachmittags eigentlich doch okay ist (leider nein.). Besonders schön war der offene Austausch, auch über digitale Bildung und die unterschiedlichen Herangehensweisen in unseren Ländern. Wir möchten auf jeden Fall in Kontakt bleiben, um weiter Ideen zu teilen, uns bei Gelegenheit wiederzusehen und vielleicht sogar Schüleraustausche rund um das

Thema Digitalisierung und KI ins Leben zu rufen.

Mit vielen Ideen zurück im Schulalltag

Die Woche in Padova war für mich eine rundum bereichernde Erfahrung – fachlich, kulturell und persönlich. Viele der Impulse möchte ich in den Unterricht und in kommende schulinterne Fortbildungen einfließen lassen. Die nächsten Kurzfortbildungen sind geplant und die entsprechenden Ausgaben des Newsletters Tool Time schreiben sich nun fast von allein.

Ich freue mich schon auf die nächste Erasmus+-Fortbildung und kann allen Kolleginnen und Kollegen nur empfehlen, diese Chance zu nutzen.

 

(Ein Bericht unserer Kollegin Julia Hohrath)