Meine Erfahrung beim Planspiel: Jugend & Parlament (Can Dümdüz/FO319)

Meine Erfahrung beim Planspiel: Jugend & Parlament (Can Dümdüz/FO319)

Jedes Jahr bietet der Bundestag circa 300 Schülern die Möglichkeit, vier Tage lang in die Rolle eines Abgeordneten zu schlüpfen. Hierfür dürfen 300 Abgeordnete jeweils eine/n Schüler/in nominieren.

Der FDP-Abgeordnete Manfred Todtenhausen hat unseren Politiklehrer Wendelin Volk gefragt, ob er nicht jemanden empfehlen könne. Herr Todtenhausen war besonders an einem Schüler aus einem Berufskolleg interessiert, da in der Regel ein großer Teil der Schüler von Gymnasien kommen. Herr Volk hat die Botschaft in den Klassen verkündet und es gab einige Interessenten, denn solch eine Möglichkeit bekommt man nicht jeden Tag geboten.

Nach meiner Bewerbung wurde ich ausgewählt und konnte mich auf den Weg nach Berlin machen. Reisekosten, Verpflegung und Unterkunft wurden vom Bundestag übernommen.

Dort angekommen, wurden uns fiktive Lebensläufe und Parteien zugeteilt. Ich war z.B. ein 63-jähriger Lehrer mit zwei Kindern und hatte zwei Scheidungen hinter mir. Meine Partei war die „Partei für Engagement und Verantwortung“.

Über die vier Tage hinweg haben wir die verschiedenen Aufgaben eines Abgeordneten kennen gelernt. Schwerpunkt des Projektes war es, drei Gesetzesentwürfe durch den Bundestag zu bringen. Hierfür mussten wir uns mit unserem Koalitionspartner, der „Gerechtigkeitspartei“ und der Oppositionspartei „Bewahrungspartei“ einigen. Unsere Interessen zu vertreten war uns natürlich wichtig. Jedoch haben wir schnell gemerkt, dass wir ohne Kompromisse keine Einigung finden werden.

Jeder Teilnehmer wurde einem Ausschuss zugeteilt. Ich war z.B. im Verteidigungsausschuss eingesetzt und wurde auch zum Vorsitzenden dieses Ausschusses gewählt. Nach den drei Tagen der Verhandlungen in den verschiedenen Ausschüssen, Koalitions- und Oppositionssitzungen, haben einige Teilnehmer am vierten Tag eine Rede im Plenarsaal gehalten. Anschließend wurde abgestimmt. Überraschenderweise wurden koalitionsinterne Absprachen nicht eingehalten, was zu großer Verärgerung in unserer Partei führte. Abschließend kann ich jedoch sagen, dass das Projekt eine sehr schöne Erfahrung war. Ich bin dankbar dafür, dass Herr Volk mich vorgeschlagen hat und Herr Todtenhausen bei einem Berufskolleg angefragt hat. Danke auch an den Deutschen Bundestag für die Durchführung des Projekts. Hier konnte man Demokratie erleben und besser verstehen.

P.S.: Besonders interessant war es, dass uns im Rahmen des Projektes erlaubt wurde, den Plenarsaal inklusive der Stühle zu nutzen. Normalerweise ist es niemandem erlaubt, die Sitze im Plenarsaal zu nutzen, abgesehen von den gewählten Abgeordneten. Noch nicht einmal langjährige Mitarbeiter des Bundestages dürfen sich hier hinsetzen.

Can Dümdüz, FO319

Wendelin Volk, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Berufskolleg Barmen-Europaschule

Von | 2019-08-20T13:14:01+02:00 20.08.2019|Kategorien: Allgemein, Schulleben|0 Kommentare